Moonsong

Manche glauben frei zu sein, obwohl sie es nicht sind. Vielleicht fühlte ich mich deshalb so oft in Freiheit gefangen. Ich glaubte sie zu kennen, obwohl ich sie gar nicht richtig gekostet habe. Man kann nicht sagen: ich bin jetzt frei. Das ist etwas, was man irgendwann einfach erlebt, aber nichts wofür man sich entscheiden kann. Es ist mehr als das.

Es gehört in Märchen, Legenden, fremde Planeten. Freiheit ist ein flamboyanter 360° Regenbogen durch den man hindurch springt. Auf Zehenspitzen mit majestätischer Grandeur auf der Mauer balancieren, die du zwischen dich und dem Leben errichtet hast. Am Ende zu sein, sich umdrehen und wieder am Anfang zu stehen. Freiheit ist, wer sein Leben lang unter Theodizee leidet und sich schließlich von der Omnipotenz gewisser Menschen loslöst. Wie unwichtig manche Stimmen plötzlich werden, wenn man das große Ganze erkennt. Ich stehe heute auf dem Mond, betrachte von dort aus die Welt und alles was mir je wehtat, erscheint mir in diesem geradezu arkadischen Universum von Möglichkeiten so unbedeutend, dass ich laut lachen muss. Freiheit ist, wenn einem manche Dinge endlich egal sind. Es ist mir so egal wenn du mich hasst. Ich habe es schon so oft gesagt und ich meine es zum ersten Mal ernst. Frei ist, wer weiß was er will und was er meint, weil es ubiquitär empfunden wird. Ich müsste mein eigenes Lied schreiben, weil keins existiert, dass annähernd das ausdrückt, was ich meine. Ich werde es Moonsong nennen und meiner Mutter vorsingen wenn sie traurig ist. Du bist frei, Mum.

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12 Kommentare

  1. Ein schöner Text. Ja, die Loslösung von übermächtigen Personen sowie die Erkenntnis der eigenen Bedeutung im Universum sind wichtige Schritte zum Erlangen von Freiheit. Vielleicht gehe ich deshalb so gerne auf den Berg oder in alte Städte, weil ich mich dort nicht mehr als so wichtig betrachte. Mich befreit das.
    Zusätzlich sollte man vor allem die negativen Erfahrungen als Ganzes abschließen, von außen betrachten wie einen Film und die Schuld denjenigen zurückgeben, die einen verletzt haben und sich nicht länger selbst beschmutzt fühlen. Der Verletzende/Betrüger hat mind. ein Problem, nicht der Geschundene.
    Freiheit und selbstbestimmtes Leben bedeutet aber auch, bei Scheitern niemand anderen mehr dafür verantwortlich machen zu können. Vielleicht haben deshalb so viele Menschen Angst vor wahrer Freiheit und lassen sich lieber führen. Was sie leider nicht vom Jammern abhält.

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  2. Wenn es ein Lied dafür gäbe, müsste die ganze Welt es hören, um Freiheit endlich zu verstehen. Aber dein Test ist schon ein guter Anfang, er liest sich so melodisch wie ein Lied und ich bin mir nicht sicher, ob mir nach dem Lesen jetzt mehr bewusst ist, wie wenig frei ich bin, oder wie frei ich werden kann, aber es gibt Kraft.

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